KLEIEFLECHTE (Pityriasis versicolor)


Diese Hautkrankheit ist ein in der warmen Jahreszeit häufig auftretender oberflächlicher Pilzbefall. Er ist nicht entzündlich und nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Erreger haben die Namen Malassezia globosa, Malassezia sympodialis, Malassezia furfur, Malassezia obtusa, Malassezia restricta und Malassezia sympodialis. Der zur physiologischen Flora der Haut gehörende Pilz kann sich besonders gut im feuchtwarmen, lipidreichen Milieu vermehren. Das heißt, begünstigend wirken vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrosis oleosa), fettige Haut (Seborrhoe) und dadurch behinderte Hautabdunstung. Es werden bevorzugt Jugendliche, postpubertär sowie jüngere Erwachsenen befallen. Die Pilzbesiedelung tritt vor allen an der Brust- und Rückenmitte auf, kann aber auch auf seitliche Rumpfanteile, Nabelregion, Oberschenkelinnenseiten und Oberarminnenseiten übergreifen.


Insgesamt gibt es ein variables Bild mit teils großflächigen, figurierten, teils auch kleinherdigen lamettaartigen gelben, gelb-braunen oder auch grauen oder weißen, diskret schuppenden, nicht juckenden (gelegentlich etwas spannenden) Flecken oder dünnen Plaques.

Im Sommer erscheinen die Herde im Vergleich zur umgebenden gebräunten Haut heller ( Pityriasis versicolor alba), im Winter dunkler.
Die Behandlung erfolgt bei unkomplizierten Fällen mit antimykotische alkoholische Lösungen oder mit Fertigarzneimitteln wie Epi-Pevaryl P.v. Lösung. Diese wird an 3 aufeinander folgenden Abenden nach dem Duschen auf dem nassen Körper 3-5 Min. verrieben wird. Nach Einwirken über Nacht am nächsten Morgen abspülen. Gleichzeitig empfiehlt es sich eine antimykotische Therapie des Kopfes. Besonders geeignet ist ein Ketoconazol-haltiges Shampoo.


Bei Therapieresistenz haben sich alternative Behandlungen mit Ciclopirox, Selendisulfid (Selsun Shampoo®) oder Eigenrezepturen mit 20% Propylenglycol  sowie ein 2-5% Salizylsäure-Hautspiritus  bewährt.
Bei häufigen Rezidiven oder bei hatrnäckiger Therapieresistenz gegenüber den üblichen Prozeduren sollte auf eine interne Therapie mit Itraconazol, Ketoconazol oder Fluconazol zurückgegriffen werden.
Häufig besteht ein chronischer Verlauf. Exazerbation und Remission sind jederzeit möglich. Daher ist in einigen Fällen eine Prävention mit Itraconazol über etwa 6 Monate sinnvoll.